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Aktuell / Update (23.12.2004):
Denon USA bietet registrierten Usern seit heute die Möglichkeit an, die Software des X1500 per USB selbst zu aktualisieren. Das Software-Update umfasst neben der Behebung des unten beschriebenen Filter2-Bugs und empfindlicheren Faderreaktionen (Kanal- und Crossfader) noch Modifizierungen in der Effekt-Sektion sowie eine Änderung im Split/Cue-Betrieb. Ferner wird jetzt im Master-Cue das echte Pre-Master-Signal abgehört. Hinzugekommen ist ausserdem eine vollständige Stummschaltung des Mischpultes, sobald alle Gain-Regler und Fader auf 0 gesetzt werden.
- Link zur Denon-DJ-Seite
ACHTUNG: Ich übernehme keinerlei Haftung für den Inhalt der verlinkten Seiten. Die dort hinterlegten Programme können bei fehlerhafter Anwendung zur Beschädigung des Equipments führen. Etwaige Garantieansprüche erlöschen in diesem Fall. Die beigefügten Bedienungsanleitungen sind strikt zu beachten. Wenn Sie nicht der englischen Sprache mächtig sind, sollten Sie nicht versuchen, Ihre Geräte auf gut Glück zu aktualisieren, kontaktieren Sie bitte in diesem Fall den Hersteller oder Ihren Händler!
Nach einiger Wartezeit habe ich Anfang März eines der ersten DN-X1500-Mischpulte von Denon erhalten. Von Denon selbst mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht, gab es vor dem Start der Serienauslieferung einige wenige Pulte, die von amerikanischen Club-DJ's getestet wurden.Erfahrungsgemäß sind solche gesponserten Tests sehr positiv verfärbt, trotzdem habe ich mich - nach gründlichem Studium der Funktionen und der Demovideos - im letzten Jahr dazu entschieden, mir diesen Mixer als sinnvolle Ergänzung zu meinen DN-S5000 zu kaufen.
Lieferumfang
Der weisse Karton ist schon von den Single-CD-Playern bekannt. In ihm befindet sich
- Mischpult
- Bedienungsanleitung, 8-sprachig (9-Seiten pro Sprache)
technische Daten
Der X1500 ist ein 8/4-Matrixmischer, d.h. jedem der 4 Kanalfader kann ein beliebiges von 8 angeschlossenen Geräten zugewiesen werden. So könnte man beispielsweise das Gerät am ersten Anschluss allen vier Kanalfadern gleichzeitig zuordnen. Drei Geräte-Eingänge (1,3 und 5) verfügen über einen schaltbaren Entzerrer für Plattenspieler, ansonsten sind sie auch für normales Line-Signal verwendbar. Für bis zu vier Geräte (2, 4, 6 und 8) wurden Fader-Start-Buchsen (Stereo-Klinke) verbaut.
Weitere Eingänge:
Das Pult verfügt über 2 Mikrofon Eingänge. Der Anschluss für das Main-Mic besteht aus einer Neutrik-Kombibuchse für XLR und Stereoklinke - eine sehr gute Wahl. Für das Aux-Mic wurde hierauf allerdings verzichtet und lediglich eine Stereoklinkenbuchse verwendet - ansonsten sind die beiden Mikrofonkanäle vollkommen gleichwertig und auch gleichberechtigt.
Sofern bei diesem Pult ein Update der Firmware notwendig werden sollte, geht Denon den von den Single-CD-Playern bekannten Weg des lokalen Updates durch den Kunden selbst. Anders als dort (Update per CD) wurde hierfür jedoch eine USB-Buchse angebracht, mit der die Updates direkt ins Pult geflasht werden können.
Ausgänge:
Insgesamt 5 Ausgänge stehen zur Verfügung. Der Master-Ausgang existiert je einmal als symmetrischer XLR-Anschluss und als Line-Ausgang. Außerdem gibt es einen Booth-Ausgang, sowie einen Record-Anschluss. Der fünfte Ausgang ist ein koaxialer Anschluss, der für digitale Aufnahmen oder weitere digitale Bearbeitung vorgesehen ist. Während die letztgenannten Ausgänge ausschliesslich Stereo-Signal liefern, können die Master-Ausgänge mittels Schalter gemeinsam auf Mono umgestellt werden. Hier hätte ich mir eine getrennte Schaltung gewünscht, um z. B. auf dem 2. Masterausgang 2 Mono-Signale für Bass oder Lights abgreifen zu können. Zum Anschluss eines externen Effektgerätes wurden ausserdem Send/Return-Buchsen integriert.
Musik-Kanäle:
Jeder Musik-Kanal ist mit einer 13-fach Signal-LED-Kette ausgestattet. Der Dreifach-EQ kann auf Knopfdruck zu-/abgeschaltet werden. Anders als bei Live-Pulten sorgt der Gain-Regler nicht nur für eine Verstärkung, sondern auch für eine Minderung des Signals. Bei geschlossenem Gain ist das Signal komplett weg. Zumindest für mich als Soundcraft-Nutzer bedeutet das eine Umstellung, mit der ich aber leben kann, da ich sie z. B. von den Pioneer-Discopulten kenne. Die Faderwege sind mit ca. 5 cm nicht gerade die längsten; da die Fader aber sehr leichtgängig sind, sehe ich hier kein Problem. Jeder Kanalfader kann nach Belieben dem Crossfader zugeordnet werden, der sehr angenehm zu handhaben ist und dessen Verhalten durch Drehpoti von "hart" auf "weich" stufenlos regelbar ist. Mehr zu dieser Eigenschaft befindet sich im unten beschriebenen Live-Einsatz.
Mikrofon-Kanäle:
Die beiden Mikrofon-Kanäle werden per Drehregler in das Musiksignal eingemischt. Mit der Talk-over-Funktion wird - wie üblich - das Musiksignal bei Ansagen automatisch heruntergeregelt; der Empfindlichkeitsgrad wird dabei nicht, wie man es sonst kennt, per Poti oder Dreh-Ko eingestellt, sondern über das Voreinstellungsmenü. Das Aktivieren der Talk-over-Funktion führt sofort zu einer Pegelminderung - insofern sollte man sie mit besonderer Vorsicht einsetzen.
Sampler:
Mit dem eingebauten Sampler kann ein beliebiges Eingangs-Signal (auch das vom Main-Mikrofon) von bis zu 8 Sekunden Länge aufgezeichnet werden. Das aufgezeichnete Signal kann geloopt, gepitcht und sogar rückwärts abgespielt werden - eine Funktion, die schon aus dem DN-2500F-Player bekannt ist, hier aber noch ein wenig aufgepeppt wurde.
Effekte:
Der Effektbereich nimmt einen sehr kleinen Teil auf der Bedienoberfläche des X1500 ein und wirkt optisch sträflich unscheinbar. Hier sind allerdings genau die Elemente verborgen, die das Pult aus einer Menge anderer typischer Discomischer hervorheben. Neben einem Delay, zwei Echos, zwei Filtern und einem Flanger findet man hier einen Pan-Effekt, einen Stotter-Modus (Trans) und - mein persönlicher Favorit - eine Tonhöhenregulierung, mit der man die Tonhöhe in Prozentschritten von 1-100 eine ganze Oktave nach oben oder unten regulieren kann. Damit ist ein sauberes Harmonizing von zwei Tracks möglich - etwas, was ich beim DN-S5000 schmerzlich vermisst hatte. Alle Effekte lassen sich - sofern es sich um taktgesteuert arbeitende handelt - entweder am Beat-Tempo oder in Millisekunden ausrichten. Bei Ausrichtung am Beat-Tempo kann eine bestimmte Taktweite gewählt werden, die sich am gemessenen bpm-Counter orientiert oder am manuell eingegebenen Tempo über die Tap-Taste. Es wurde von der Anwenderseite her angeregt, die Effekte mittels des “ON”-Buttons auf “0” starten und somit eintakten zu können, was mit dem ersten Software-Update erfolgreich gelöst wurde.
Nach zwei Wochen ist mir bei der Programmierung der Effektsektion ein bis dahin noch undokumentierter Bug aufgefallen: Der "Dry/Wet"-Regler arbeitet beim "Filter2"-Efekt nicht sauber. In der "Dry"-Position wird nicht, so wie es eigentlich sein müsste, reines Quellsignal geliefert. Stattdessen wird der Effekt noch mit ca. 40% Anteil eingemischt. Ein stufenloses Absenken des Effektes auf 0 ist also nicht möglich. In den Denon-DJ-Anwenderforen ist das Thema auf meine Anregung hin in das erste Software-Update eingeflossen. Dieser Bug ist jetzt behoben, der Effekt somit jetzt auch ohne Bedenken in der Praxis anwendbar.
Display:
Das Display liefert ständige Informationen über den gerade gewählten Effekt, sowie über die geschaltete Matrix. Die Schrift ist gut leserlich und wirkt auch bei längerem Hingucken nicht unangenehm oder blendend - genau wie die übrigen beleuchteten Elemente.
Tasten/Schalter:
Die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt, allerdings machen sie - genau wie die kleinen Schalter - auf mich den Eindruck, als ob sie zu "Staubfängern" neigen - die Praxis wird es zeigen, ob ich da richtig liege (hoffentlich nicht!).
externer Effekt:
Via Insert kann entweder ein Kanal oder die Summe durch einen externen Effekt geschleift werden. Erkennt das Pult, dass gar kein Effekt angeschlossen wurde, wird der Bediener durch hektisches Blinken gewarnt, damit er nicht plötzlich auf gähnende Leere trifft. Auf das Testen eines Effektgerätes habe ich bisher zwar verzichtet, werde dieses jedoch in Kürze nachholen.
Kopfhörer:
Der Kopfhörer-Ausgang gibt ein lautes klares Signal ab - leider aber auch ein Grundrauschen, was zwar auf einem Gig nicht weiter ins Gewicht fällt und was ich auch von Pioneers DJM-Pulten kenne. Dennoch frage ich mich, was denn daran so schwer sein kann, das Rauschen des Kopfhörers auf ein Minimum zu reduzieren. Meine Soundcraft-Pulte setzen hier einen ganz klaren Referenz-Maßstab: Wenn ich den Kopfhörer-Ausgang voll aufdrehe und kein Signal anliegt, dann rauscht dort auch nix.
Master-Ausgang:
Nach wie vor stört es mich, wenn ich feststelle, dass der Master-Ausgang mehr Signal abgibt, als mir bei Kanalfadern angezeigt wird - sprich: Wenn ich den Kanalfader komplett geöffnet habe und der Pegel dort 0 dB maximum anzeigt, dann will ich den Master vollständig öffnen können und dort genau das gleiche Maximum nutzen. Ab Werk ist das Pult so voreingestellt, dass bereits bei ca. 70% Master der volle Wert erreicht ist und danach weiter verstärkt wird. Zwar kann der Pegel des Masters über Dreh-Ko auf der Rückseite entsprechend eingestellt werden. Mit dem Update des Mixers wurde allerdings die Stellung dieses Dreh-Ko’s von der Pegelanzeige entkoppelt.
Der X1500 im Live-Einsatz:
Normalerweise sollte man für den ersten Live-Einsatz eines neuen Pultes eine bekannte Umgebung wählen, also idealerweise eine Diskothek, mit deren Rahmenbedingungen man gut vertraut ist. Da aber in den meisten Läden, in denen ich auflege, fest eingebautes Equipment verwendet wird, habe ich mich - etwas voreilig, gebe ich zu - dafür entschieden, den X1500 in eine fremde Diskothek mitzunehmen. Bei der Vorbesichtigung hatte ich einen Behringer DX 1000 dort gesehen. Der DJ vor Ort hatte mir lediglich etwas von einer Verbindung zur Lichtanlage erzählt - darauf war ich vorbereitet. Allerdings hatte er vergessen, mir mitzuteilen, dass der "Zone"-Ausgang vom DX 1000 ebenfalls benutzt wurde, um den hinteren Bereich des Saals mittels Delay separat zu beschallen. Damit stand ich dann vor der Entscheidung, den Mainfloor und die Zone mit dem gleichen Pegel anzufahren, oder auf einen Monitor zu verzichten und den Booth-Ausgang als Zonenoutput zu verwenden. Ich habe mich schliesslich nach einigen Hörproben für die zweite Variante als Notlösung entschieden, allerdings mit einigen Bauchschmerzen, da ich mangels entsprechender Anzeige keine wirkliche Kontrolle über die Zone hatte, sondern mich nur auf die Signalanzeigen der Kanalfader verlassen konnte, nach denen ich die Stellung des Booth-Reglers ausgerichtet hatte. Für echten Mehrzonen-Betrieb ist der X1500 also nicht wirklich gut geeignet. Für derartige Zwecke ist ein Soundcraft D-Mix 500 nach wie vor erste Wahl - zumindest meiner Meinung nach. Für das Gig habe ich zwei Denon S5000, einen Technics 1210 und ein Sony MDS-JE 500 verwendet. Die beiden S5000 wurden für volle Ausnutzung der α-Tracks jeweils mit 2 Stereokabeln angeschlossen, insgesamt wurden also 6 Eingänge (zzgl. Micro Shure SM-58) belegt - die Matrix will schließlich auch auf Herz und Nieren getestet werden. Da die Temperaturentwicklung eine meiner Hauptsorgen war, hatte ich vorerst auf ein Case für den Mixer verzichtet und die beiden S5000 in repektvollem Abstand (3 cm) vom X1500 postiert. Ursprünglich wollte ich ihn sogar noch aufbocken, aber dann doch darauf verzichtet. Im Nachhinein betrachtet war das ok, und daher brauche ich mir um das Case keine großen Gedanken mehr zu machen. Der Mixer wird zwar anständig warm, aber sofern er - wie in der Anleitung beschrieben - anständig belüftet wird, kann man unbesorgt sein. Von einem zusätzlichen Lüfter unter dem Mixer halte ich persönlich nicht viel - eine unnötige Störquelle mehr, die man sich sparen kann.
Die Party ist gut gelaufen - für den X1500 und mich war es ein gelungener Einstand. Zwei Sachen sind mir aufgefallen, auf die man achten sollte:
Filter2-Effekt
Solange es kein Software-Update zur Behebung der fehlerhaften "Dry"-Position bei diesem Effekt gibt, sollte man die Sektion vor dem Wählen eines anderen Effektes deaktivieren, da man sonst über den den "Filter2" gewissermaßen "stolpert". Momentan muss ich daher auch empfehlen, auf diesen Effekt zu verzichten, wenn man ihn nicht stufenlos "reinhauen" möchte. (Mit dem SW-Update erledigt!)
Crossfader-Assign Erfahrungsgemäß möchte man ab und zu mal einen Kanalzug einer anderen Position des Crossfaders zuweisen. Handelt es sich dabei um den gerade aktiven Kanal, sollte man unbedingt darauf achten, dass sich der "Crossfader Contour"-Regler nicht im linken Bereich befindet, da es sonst zu einem (je nach Position des Reglers nicht unerheblichem) Pegelabfall (Bei Wechsel des Assign aus Mittelposition nach "A" oder "B") bzw. Pegelanstieg (bei Wechsel des Assign in Mittelstellung) kommt.
Fazit:
In meinen Augen stellt der DN-X1500 ein must-have zu den Single-CD-Playern DN-S3000 und DN-S5000 (Alpha-Track Doppelanschluss) dar; natürlich macht der Betrieb auch mit anderen Geräten jede Menge Sinn und vor allen Dingen Spaß. Auch wenn das Pult nach dem ersten Blick auf die Featureliste vollkommen überladen scheint, ist es sehr bedienerfreundlich. Um sich den kompletten Funktionsumfang zu erschließen, ist eine Einarbeitungsphase von 1-2 Wochen zu empfehlen; ab und zu ein Blick in die kurze aber präzise Bedienungsanleitung schadet da mit Sicherheit nicht. Darüber hinaus gibt es in den inoffiziellen Denon-DJ-Foren eine Menge Tipps und Tricks zum Handling.
Im direkten Vergleich zur DJM-Serie von Pioneer schneidet der Mixer auf jeden Fall sehr gut ab, reiht sich problemlos in die gehobene Klasse der professionellen DJ-Werkzeuge ein und erfährt bereits nach kurzer Zeit ein sehr hohes Maß an Akzeptanz.
Folgende Einschränkungen sollten trotzdem der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt bleiben:
Kopfhörer-Grundrauschen: auf einem Live-Einsatz ist dieses Rauschen aber kaum noch wahrnehmbar Fehlende Zonenbeschallung: schade, denn dieses fehlende Feature wird dem X1500 den Einzug in größere Clubs mit 2 oder mehr Beschallungszonen verwehren.
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